Der Geocache ist dem Ansturm nicht gewachsen

Wie soll ich mich als Owner verhalten wenn ich bemerke: Mein Geocache ist dem Ansturm nicht gewachsen?

Über einen Tweet des Reviewers Eigengott wurde ich  auf einen Geocache aufmerksam, in dessen Listing es mittlerweile schlimmer zu geht als im Sandkasten eines Kindergarten je zugehen könnte.

„Owner deaktiviert Cache wegen Massenansturm durch benachbarten Powertrail. Sucher ignoriert das und beschwert sich nun per NA, dass vor Ort gerade keine Dose ist. Kannste dir nicht ausdenken. #geocaching #fail“

Quelle: Twitter

Es handelt sich um den Multi GC41WQ1 der bereits Ende 2012 zwischen Münster und Hamm ausgelegt wurde.

  • 2013: 20-40 Funde
  • 2014: 10-20 Funde
  • 2015: unter 10 Funde
  • 2016: 10-20 Funde
  • im Juni 2019: über 40 Funde

Der Owner war  sicherlich sehr überrascht nur allein in einem Monat das 4fache Cacheraufkommen an seinem Multi zu haben als die Jahre zuvor im gesamten Jahr.  Ein Blick auf die GC-Karte genügt:

Der Geocache ist dem Ansturm nicht gewachsen

2017 entstand ein Tradi-Bück-Trail mit über 30 Geocaches. Dieser Powertrail tangierte  den Multi nicht da er zu weit vom  Trail entfernt war. Im Juni 2019 entstand aber genau am Multi ein Angel-Wherigo-Trail mit mehr als 10 Geocaches und zusätzlich einer Geo-Art in Form eines Herzens. Dies in Kombination lockt natürlich sehr viele Geocacher an. Wenn dann noch ein Multi „auf der Strecke“ liegt wird dieser natürlich „mitgenommen“, es zählt schließlich jeder Punkt!  Allerdings stellt sich die  Frage:

 

Ist der Geocache dem Ansturm gewachsen?

40 Geocacher in nur 1 Monat lassen sehr schnell einen Trampelpfad entstehen. In Cacherkreisen wird es verharmlosend Cacherautobahn genannt. Allerdings wird eine Cacherautobahn in letzter Konsequenz als Schädigung der Vegetation angesehen. Folgt zB der Förster dieser Cacherautobahn kommt er direkt an die Geocache-Location, findet den Geocache und macht alle Geocacher für den Trampelpfad und die Schädigung seiner Vegetation verantwortlich.

Bei einem „Daniel Düsentrieb“ ist die Cacherautobahn (Trampelpfad, zertrampelte Erde, …) bereits sehr  deutlich erkennbar, allerdings stört es an dieser Stelle nicht.

Der Geocache ist dem Ansturm nicht gewachsen
Der Geocache ist dem Ansturm nicht gewachsen

Entdecke ich an einem meiner Geocaches eine Cacherautobahn muss ich mir die Frage stellen: Ist es OK, dass  hier ein Trampelpfad entsteht, oder nicht?

Der Owner stellte  sich die selbe Frage und entschied für  sich und  die Location:

„Ein riesiger Ansturm hinterlässt seine Spuren.
Inzwischen hat sich schon mehr als nur eine Cacherautobahn gebildet.
Prinzipiell freuen wir uns ja, wenn unsere Dosen reichlich geloggt werden. Aber für solche Massen ist dieses Döschen nicht ausgelegt.
Daher wird er jetzt erst mal stillgelegt, bis der größte Trubel um die neue Dosenrunde in der Nähe abgeebbt ist.“

Quelle: Log

Deaktivierter Geocache – Es interessiert die Geocacher(innen) aber nicht

Also hat der Owner das Listing (den Geocache) vorübergehend deaktiviert. ABER – die Geocacher (innen) interessiert es nicht. Es kommen nach der Deaktivierung Logs wie

„…Schade daß dieser Cache jetzt deaktiviert wurde, aber ich verstehe es sehr gut. Mit diesem Ansturm war ja nicht zu rechnen.
Danke trotzdem für den Cache den wir gerade noch machen konnten.“

Dies zeigt die momentane Grundeinstellung einiger  Geocacher(innen): Klar kann ich es verstehen, aber ich hole mir den Punkt trotzdem noch – Nach mir die Sintflut!!!

Deaktivieren reicht nicht

das Logbuch und der Geocache müssen vorübergehend aus dem Spiel genommen werden!

„… Den freundlichen Owner habe ich noch vor Ort beim Einsammeln der Dose getroffen …“

Kindergarten

Wie nicht anders zu erwarten war beginnt nun der Kindergarten, weil einige Geocacher einen Gummipunkt weniger haben als sie sich erhofft hatten. Warum?  Keine Ahnung, aber es macht den Anschein als würde das Lebensglück mancher von einem einzigen Statistik-Punkt abhängen.

„… Eigentlich ein starkes ding von den Ownern hier einfach die Dose zu entfernen damit Sie nicht gesucht und gefunden werden kann. Freut man sich doch auf den einen Multi zwischen den ganzen Wigs und dann so etwas. Wenn ihr nicht wollt das hier gesucht wird Archiviert euren Cache oder gebt allen Cachern direkt ne Logerlaubnis. Echt nicht Ok was ihr da gemacht habt!…“

Quelle: Log

Das ganze gipfelt in einem (in meinen Augen absolut unterirdischen) NA-Log . Zudem   hat das NA-Log schreibende Team wohl eine „Ersatzdose“ ausgelegt. Ich bin ganz beim Owner der eine sehr ausführliche Erklärung dazu schreibt und den NA-Logger bittet den ausgelegten Geomüll zu entfernen.

Alles Richtig Gemacht

In der Erklärung des Owners steht u.a.

„… Wir sind die Owner und für das Wohlergehen des Caches und seiner Umgebung verantwortlich. Und wir haben entschieden, dass der Standort für 10 Logs am Tag nicht gemacht ist. Also bleibt die Dose erst mal deaktiviert …“

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen! Als Geocacher sollten wir genau diese Weitsicht zeigen. Das Wohle der Umwelt und die Naturverträglichkeit unseres Hobbies sollten immer an erster Stelle stehen – und nicht der Gummipunkt!

 

 

4 Replies to “Der Geocache ist dem Ansturm nicht gewachsen”

  1. Ganz ehrlich. Archiviert den Cache erstmal. Dann ist abgesehen von einigen gespeicherten Restinformationen auch das Listing für alle wirklich unsichtbar. Nach einiger Zeit könnt ihr den dann wieder aktivieren. Das geht jedenfalls bei Opencaching.de. Oder listet ihn doch gleich nur bei OC. Dann ist der Ansturm vielleicht nicht ganz so groß und die etwas geringeren Sucher freuen sich um so mehr. Anstatt sich zu ärgern und da viel Energie zu investieren, einfach machen. Es gibt also immer Alternativen.

    1. Archivieren ist keine Option. Bei einer Archivierung ist das Final sofort wieder „frei für jeden“ und es kann dort sofort wieder ein neuer Geocache ausgelegt werden. Zudem ist es bei Geocaching.com „eigentlich“ unmöglich ein Listing nach der Archivierung wieder zu aktivieren. Daher entstehen die vielen Reload und Reload vom Reload – Listings.

  2. In der Tat hatte ich mal das Phänomen, dass ein selten besuchter Mystery auf der Route eines Powertrails lag und dass ein paar wenige Besucher des Trails die „Lücke“ in der Nummerierung erkannten und dort einmal nachschauten. Das war aber nicht wirklich ein Problem.
    Ich habe eher – wenn auch leichte – Sorgen, dass mein Moormulti eines Tages von so einem Trail überwuchert und demzufolge heimgesucht wird – dazu müsste so ein Trailowner allerdings erst einmal alle Stages ermitteln, was dann wohl doch zu viel Aufwand ist

  3. Sehr gut das Problem beschrieben. Ein Förster hat mir auch gesagt, dass dies eine problematische Bodenverdichtung ist. Besser wäre, schon bestehende ‚Routen“ zu nutzen. Verlangt vom owner einiges an guter Überlegung. Danke mal insgesamt für den sehr informativen GC Blog. Gruß, oboeman

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