Von Waldschäden, Waldsperrungen, Tradis und der Unvernunft

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Walschäden Absperrung

Ein schwieriges Thema, denn wenn ich nicht auf Waldsperrungen aufmerksam gemacht werde, kann ich meine Geocaches im entsprechenden Waldstück nicht deaktivieren. Erhalte ich die Info ist es natürlich kein Problem. Mit wenigen Klicks ist das Listing schnell deaktiviert. Aber was nun?

Ich habe im optimalen Fall zwar meinen Geocache deaktiviert, kenne es aber von mir selbst. Ich bin sehr gerne mit meinem Hund im Wald unterwegs und freue mich über jede Waldrunde die wir machen können. Allerdings aktualisiere ich meine Geocache-Datenbank auf dem Smartphone nur alle paar Monate. Die Mails von Groundspeak über Aktivierungen, Deaktivierungen und Archivierungen beachte ich nicht wirklich. Also bekomme ich von der Deaktivierung eines Geocaches erstmal nichts mit, fahre zum Parkplatz und laufe los. Tadi-Listings lese ich sowieso nur ganz selten und so kommt es wie es kommen muß: Ab und zu stehe ich einem Absperrband gegenüber :unsure:

Waldschäden Absperrungen

Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Warnschild_Forstarbeiten.jpg

Erst im November stand ich nach etwa 1km Fußmarsch vor einer solchen Absperrung (der Owner wußte nichts von der Sperrung und konnte daher nicht deaktivieren  :wink: ). Also „durfte“ ich wieder zurück zum Auto. Selbstverständlich bin ich nicht über die Absperrung gestiegen, auch nicht für die paar Meter. … 2km laufen … ohne GC-Statistik-Punkt … ich habe es trotzdem überlebt – es geht also emoti

Diese Absperrungen werden nicht aus Spaß aufgestellt sondern habe ihre wichtige Berechtigung. Daher sind sie auch groß und nicht zu übergehen übersehen. Solche Absperrungen zu umgehen ist nicht nur gefährlich und belastet das Verhältnis Forst/Jagd und Geocacher/Wanderer noch mehr; es kann auch teuer werden. Der Westen schreibt in einem Artikel

„…Wenn du trotz Verbotes den Wald betrittst, begehst du eine teure Ordnungswidrigkeit … Das wiederum kann eine Strafe nach sich ziehen, die zwischen 250 und 25.000 Euro beträgt. Das Verbot gilt aktuell bis Sonntag, 28. Januar, 24 Uhr…“

Quelle: Der Westen: Betreten verboten! Dieses fette Bußgeld droht dir ab sofort, wenn du in Bochum in den Wald gehst

Nach dem Waldgesetz für Baden-Württemberg (Landeswaldgesetz – LWaldG) in der Fassung vom 31. August 1995 § 83 Allgemeine Ordnungswidrigkeiten können die Strafen wirklich drastisch ausfallen

“ … (2) Ordnungswidrig handelt auch, wer vorsätzlich oder fahrlässig …

9. im Wald Vorrichtungen, die zum Sperren von Wegen oder die dem Schutz der Einrichtungen nach § 37 Abs. 4 Nr. 5 und 6 dienen, unbefugt öffnet, offenstehen läßt, entfernt oder unbrauchbar macht …

(3) Ordnungswidrig handelt auch, wer vorsätzlich oder fahrlässig einer auf Grund dieses Gesetzes ergangenen Rechtsverordnung, Satzung oder Anordnung zuwiderhandelt, wenn diese für einen bestimmten Tatbestand auf diese Bußgeldvorschrift verweist.

(4) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu 2500 Euro, in besonders schweren Fällen bis zu 10 000 Euro, geahndet werden.“

Quelle: http://www.landesrecht-bw.de/jportal/?quelle=jlink&query=WaldG+BW&psml=bsbawueprod.psml&max=true&aiz=true

Waldarbeiten Sperrung

Kann das Überschreiten eines Absperrbandes als Ordnungswidrigkeit eingestuft werden? Ich bin kein Jurist und kann es nicht sagen. Wahrscheinlicher wird eine Zuwiderhandlung sein. Der Bußgeldkatalog (Stand: 2006) des Landesforstgesetz (LFoG) sieht bei Zuwiderhandlungen folgende Bußgelder vor.

  • 15 – 125 € für unbefugtes Betreten von ordnungsgemäß als abgesperrt gekennzeichneten Waldflächen
  • 10 – 125 € unbefugtes Betreten von Forstkulturen, Forstdickungen, Saatkämpen, Pflanzgärten
  • 15- 125 € für unbefugtes Betreten von Waldflächen während des Holzeinschlages oder der Holzaufbereitung
  • 25 – 125 € für unbefugtes Fahren im Wald

Leider ist mittlerweile auch beim Geocaching die Unvernunft mancher Dosensucher unbändig groß. Da werden Waldrunden mit dem FTF-Mobil abgefahren, „Bitte Nachts und in der Dämmerung nicht suchen“ überlesen, etc. Hauptsache ICH habe den Punkt erhalten – nach mir die Sintflut.

Ich bin der Meinung wir sollten Vernunft walten lassen und akzeptieren wenn ein Ausflug schneller beendet wird als erhofft. Abgesehen von der Lebensgefahr in die man sich  möglicherweise bringt sind die 10 bis 25€ „Mindest-Bußgelder“ als Eintritt beim nächsten (Mega) Event bestimmt besser angelegt emoti

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Ein Kommentar zu Von Waldschäden, Waldsperrungen, Tradis und der Unvernunft

  1. Chris sagt:

    Ich habe auch schon häufig erlebt (und ich bin fast jeden freien Tag im Wald unterwegs, meist Wandern und nur ab und zu Geocachen), dass am einen Ende des Weges dieser abgesperrt war und am anderen Ende nicht. Da frage ich mich dann wirklich, ob ich an einem Sonntag einen Umweg laufe. Ich laufe dann trotz Absperrung durch, der Weg ist frei und am Ende ist keine Absperrung. Da waren wohl die Forstarbeiter am Freitag nachmittag zu faul, die Sperrung am anderen Ende zu entfernen. Das fördert nicht wirklich die Akzeptanz.

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