Ich benötig(t)e einen neuen Rucksack

Der Rucksack den mir meine Eltern vor 3(0) Jahren für den Schullandheim-Aufenthalt gekauft haben ist vor kurzem endgültig über die Regenbogenbrücke gegangen – eine erneute Rettung war ausgeschlossen. Also benötig(t)e ich bis zum 16.12.2017 (Brockenfrühstück) einen neuen Rucksack. Da dachte ich, gehste mal auf die „bekannten“ Seiten der Outdoorspezialisten und bestellste einen… So einfach ist es dann noch nicht und ich war erschlagen, was es alles gibt:

  • Tourenrucksäcke
  • Trekkingrucksäcke
  • Tagesrucksäcke
  • Umhängetaschen
  • Kofferrucksäcke
  • Reisetaschen & Rollkoffer
  • Fahrradtaschen & Rucksäcke

 

Was mir ganz besonders wichtig ist:

  • Stauraum für max. 3 Übernachtungen
  • in meinem Alter muss er bequem zu tragen sein
  • gute Rückenanpassung ist Pflicht
  • ein paar Aussentaschen / -laschen (für Stöcke, Trinkflasche, etc.)
  • schön wäre: auch für Klettersteig geeignet (relativ schmal)
  • schön wäre: abschliessbar
  • schön wäre: „Kofferfunktion“

Nun habe ich mir alle möglichen Foren und Info-Seiten angeschaut und letztendlich stehen für mich 3 Rucksack-Typen zur Auswahl:

  • Trekkingrucksack
  • Wander- oder Tourenrucksack
  • Kofferrucksack

 

Trekkingrucksack

Der Trekkingrucksack besitzt meist ein grosses Volumen (ab 50l) mit einem Innengestell und viele Möglichkeiten um Ausrüstungsgegenstände wie Iso-Matte, Schlafsack, Wanderstöcke, Helm, Zeltstangen, etc. am Rucksack befestigen zu können. Zudem ist der Tragekomfort auf lange Wanderungen und Expeditionen ausgelegt.

 

Wander- oder Tourenrucksack

Der Wanderrucksack soll nur eines: Dem Wanderer das Wandern erleichtern. Der gemeine Wanderer übernachtet selten im Zelt; wenn outdoor dann eher in (Schutz)Hütten und benötigt daher keine Halterungen für Zeltstangen, etc. Dadurch reduziert sich das zu erwartende max. Gesamtgewicht. Somit ist der Wanderrucksack etwas kleiner und leichter als ein Trekkingrucksack.

 

Kofferrucksack

Der Kofferrucksack hat – wie der Koffer – eine grosse Öffnung vorn und er lässt sich daher wie ein Koffer packen. Mit einem Blick sieht man was sich wo im Rucksack befindet. Allerdings soll der Tragekomfort nicht ganz so gut sein.

 

Ich suche also eine Mischung aus Tourenrucksack und Trekkingrucksack, wobei die Trennung wohl eher Marketing-Charakter hat, denn ein Trekkingrucksack verkauft sich sicher besser an ein jüngeres Publikum als würde er Wanderrucksack heissen.

 

Welches Volumen benötigt mein neuer Rucksack?

Die Empfehlungen der diversen Seiten zusammengefasst lauten
– für Tageswanderungen 15- 25l
– für mehrtägige Hüttentouren 25 – 50l
– für grössere Touren mit Zelt und Schlafsack 65 – 110l

Mein Tagesrucksack liegt, wenn ich ihn mit dem Schulrucksack meines Nachwuchses vergleiche, bei 15-20l und ich bekomme gerade so alles unter was ich meine bei einem Multi über mehrere Kilometer zu benötigen. Für eine „echte“ Tagestour bietet er mir allerdings zu wenig Platz da ich eher zu viel als zu wenig dabei habe (und das möchte ich auch nicht ändern).

Meine T5-Duffle (zum bequemen Wandern nicht geeignet) wartet mit 90l auf, allerdings benötige ich ein so grosses Volumen nicht für meinen künftigen Rucksack. Im nächsten Jahr steht der eine oder andere T5-Multi mit mehreren Kilometern Wanderstrecke auf meiner Agenda, somit sollte der künftige Rucksack auch auf das Volumen und Gewicht von Seil, Gurt und sonstigem Klettergedönse ausgelegt sein – ich denke im Bereich von 45-65l werde ich richtig liegen.

Welcher Rucksack wird es nun?

Der erste Kandidat ist ein 50l-Trekkingrucksack eines Sport-Discounters für 90€. Der Rucksack macht einen guten Eindruck, besitzt einen einstellbaren Rückenbereich, ist abschliessbar und die Beladung erfolgt mit der Kofferfunktion. Also perfekt? Nicht ganz. Der Rucksack ist bei meiner Grösse von knapp 1,90m zu klein für meinen Rücken. Sitzen die Trageriemen perfekt, befindet sich der Beckengurt nicht mehr am Beckenknochen sondern darüber. Sitzt der Beckengurt perfekt, drücken die Trageriemen auf die Schulter und reiben am Hals.

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Schade – wäre ich ein paar Zentimeter kleiner oder die Rückenpartie des Rucksacks wenige Zentimeter länger, hätte ich einen guten Rucksack mit einem super Preis-/Leistungsverhältnis gefunden; so muss ich weitersuchen.

Also muss ich nochmals das Internet nach Kauftipps befragen, denn nun komme ich wohl in eine Preisklasse bei der ich keine Abstriche „bei irgendwas“ machen möchte. Die Kauftipps lauten:

    • im Fachhandel probetragen; idealerweise mit Gewicht (6-8 kg)
    • einen Fachhandel suchen, der mehrere Rucksäcke in der gewünschten „Klasse“ anbietet
    • beim Probetragen die Kleidung anziehen, die bei einer Wanderung getragen wird
    • auf ausreichende Rücken- und Hüftpolsterung achten
    • ob Regenüberzug über den Rucksack oder der Inhalt in wasserdichte Plastiktüten gepackt wird bleibt dem eigenen Geschmack überlassen
    • gibt der Hersteller eine Garantie auf seine Reissverschlüsse zeigt dies eine hohe Verarbeitungsqualität
    • Nähte überprüfen, da sie das Gewicht halten müssen
    • nicht zu viele Gurte – die vorhandenen Gurte sollten sinnvoll sein und einen guten Sitz haben

Das Stichwort ist Fachhandel. Natürlich gibt es auf diversen Seiten im Internet Rucksäcke zu billigen Preisen; billig ist aber nicht unbedingt günstig – wenn ich jetzt zu Hause zig Modelle selbst testen, zurück schicken und die Rücküberweisungen beobachten muss, habe ich darauf schon keine Lust mehr.

Also gehe ich zum Fachhandel meines Vertrauens und lasse den Verkäufer zeigen was er/sie kann. Für diese Beratung bezahle ich dann auch gerne ein paar Euro mehr (wenn sie denn gut ist) für den Rucksack… und das war sie heute (Beratung und Verkäuferin).

In der Mittagspause bin ich zum örtlichen Sportgeschäft gefahren und dort gab es 3 Modelle zwischen 50 und 60l zur Auswahl. Ob diese nun zu den Touren-, Wander- oder Trekkingrucksäcken zu zählen sind ist mir egal. Ich habe alle 3 ausgiebig getestet, von der Verkäuferin Tipps erhalten und es hat (zumindest mir) Spass gemacht. Zwischenzeitlich kam die kleine Tochter der Verkäuferin von der Schule und hat ebenfalls Tipps gegeben emoti  Kinderaugen sehen manche Dinge aber mal so richtig anders…

Nach etwa 30min. stand mein neuer Rucksack an der Ladenkasse. Wie sollte es auch anders sein: der Teuerste der 3 …wenn er ebenfalls 30 Jahre hält… Spass beiseite…

Der Tragekomfort ist gigantisch, nicht zu vergleichen mit den „günstigeren Kollegen“ und die Verarbeitung ist ebenfalls sehr gut. Ob ich dann 130€ „für meine Nummer 2“ oder 150€  „für meinen Favoriten“ ausgebe ist auch vollends egal – also wurde es ein 40+10 des „Rucksack-Marktführers“ für 150€.

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Einen Regenüberzug hat er nicht, allerdings ist mir das auch nicht so wichtig, denn ich verwerte Einkaufstüten als Innen-Packtaschen im Rucksack (und der Duffle). So liegt zusammen was zusammen gehört und ist gleichzeitig wasserdicht verstaut; ein zusätzlicher Regenschutz kostet nur (unnötig) Platz.

Im Internet gibt es diesen Rucksack bereits ab 130€ – jedoch ohne Beratung und Anprobe. Bei allen Angeboten unter 120€ handelt es sich wohl um Restposten, denn der Rucksack wird nur in Rot angeboten; ich möchte ihn aber in Schwarz. Zudem kann ich bei einer Reklamation nicht einfach kurz in der Mittagspause vorbeigehen. Die Verkäuferin und ihre Tochter wollen auch etwas zu Mittag essen und so habe ich heute meinen Beitrag an eine nette und kompetente Beratung in der heimischen Wirtschaft geleistet.

Nun habe ich alles was ich für das Brockenevent benötige und ich hoffe wir sehen uns dort.

 

 

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sorry für die Werbung hier unten,
aber da ich das kostenlose Angebot von wordpress.com
nutze muss ich (und du) mit der Werbung
leben die wordpress.com hier unten einspielt
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